Mittwoch, 31. März 2010

Eine dicke Frau, die zu Gast war in der Talkshow 'Britt'

LdF: Und als erstes darf ich recht herzlich begrüßen: ‚Eine dicke Frau, die zu Gast war in der Talkshow ‚Britt’'.

Eine dicke Frau, die zu Gast war in der Talkshow ‚Britt’, betritt von rechts die Bühne.

LdF: Herzlich willkommen! Pause. Vielleicht sagen Sie zunächst was zu Ihrer Person?

Die dicke Frau: Ja. Also, ich bin eine dicke Frau, die mal zu Gast war in der Talkshow ‚Britt’.

LdF: Nur keine Leere aufkommen lassen! Erzählen Sie mehr!

Aus: Wolfram Lotz: Einige Nachrichten an das All - III. Eine Astronomie des Entsetzens

Sonntag, 28. März 2010

Darauf, darüber und dazwischen

Auch wenn das niemand verstehen kann, aber jetzt gerade sehe ich auf einem grünen Feld viele weiße Schwäne stehen , sodann, wenig später, über den überschwemmten Wiesen um einen großen See einen beinahe durchsichtigen Schleier aus kleinen Vögeln über dem Wasser. Woanders fliegen drei solche Tiere immer im Dreieck zwischen den Bäumen immer weiter und weiter.

Samstag, 27. März 2010

Ich sage ausdrücklich nicht, dass es wahr ist.

Montag, 22. März 2010

Aesthatics 2010 - Die Gewinner

Platz 3
Günter Grass: Fundsachen für Nichtleser. Steidl: 1997. 34,90€















Begründung:
Stabile Basis, 3/4 Schraube im Mittelbau, Anarchie in der Spitze - Grass verzichtet auf jegliche Anlehnung an Tische, Wände oder Theken und setzt seinen Haufen mittenrein.


Platz 2
Gunther Emmerlich: Zugabe. Anekdoten, Ansichten und Anderes. Schwarzkopf & Schwarzkopf: 2010. 17,90€



















Begründung:
Alles auf dieser Welt wird eines Tages mit einem Bild von M.C.Escher verglichen werden. Bei diesem Buchbauwerk handelt es sich also um eine intelligente Vorwegnahme des Unvermeidlichen.


Platz 1

Sabine Ebert: Hebammen-Trilogie. Droemer/Knaur: 2006/2007/2008. Je 8,95€



















Begründung:
Newton, Goethe und Itten haben noch nicht einmal das Problem erkannt - eine Hebamme verhilft dem Farbkreis zur dritten Dimension.


Förderpreis 2010

Ken Follett: Die Tore der Welt. Luebbe: 2010. 12,99€



















Begründung:
Wie das Teil, so das Ganze: Follett zeigt Schwartenbauweise in massivster Vollendung.

"Sie haben recht.

Das war alles schon mal da.

Ich kann Ihnen nichts Neues bieten, aber

Sie bieten mir auch nichts Neues."

Dramatischer Teaser # 2 von Sascha Macht

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Mit Lotz, Becker und Roman Ehrlich

Dramatischer Teaser # 1 von Sascha Macht

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Mit Wolfram Lotz und Hannes Becker und Roman Ehrlich, der dies alles unterstützt

Marionettenspiel von Hannes Becker mit Sascha Macht und Wolfram Lotz sowie Roman Ehrlich, dem freundlichen Unterstützer dieses Vorhabens

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Das Verfassen von Anleitungen zum Umgang mit technischen Geräten



Ein Schriftsteller muss für die Öffentlichkeit schreiben und es muss sich um den Ausdruck eigener Gedanken handeln, mögen sich diese auch auf rein tatsächliche Vorgänge beziehen. Es ist nicht erforderlich, dass das Geschriebene einen wissenschaftlichen oder künstlerischen Inhalt hat. Der Schriftsteller braucht weder Dichter noch Künstler noch Gelehrter zu sein.


Die selbständige Entwicklung von Softwarelernprogrammen ist dann eine schriftstellerische Tätigkeit, wenn eigene Gedanken verfasst werden und die Programme für die Öffentlichkeit bestimmt sind.


Das Verfassen von Anleitungen zum Umgang mit technischen Geräten
ist eine schriftstellerische Tätigkeit, wenn der auf der Grundlage mitgeteilter Daten erstellte Text als eine eigenständige gedankliche Leistung des Autors erscheint.

© www.steuerschroeder.de

Mittwoch, 17. März 2010

Feierliche Eröffnung der AESTHATICS 2010

Leipzig. Auch dieses Jahr sind wieder über 2100 ambitionierte Ästhatiker mit dem unerschütterlichen Vorsatz angereist, im Wettkampf um die 3 Hauptpreise und den Nachwuchspreis zu reüssieren. Ob spiralversetzt oder blockgetürmt - die Aesthatics-Besucher dürfen sich auf bucharchitektonische Meisterbauwerke freuen.

Die Gewinner der diesjährigen Aesthatics werden am Sonntag exklusiv auf dem untergehenden Schiff präsentiert. Wir wünschen allen Teilnehmern viel stabil!








Montag, 15. März 2010

Dort,

wo der Berggorilla im frischen Asphalt der Garagenauffahrt gestanden

und die Straße hinabgeblickt hatte,

blieb für den Rest einer ansonsten ungewissen Zukunft,

ein Abdruck.




Samstag, 13. März 2010

DIE DREI DIMENSIONEN DES RAUMS UND DIE DIMENSION DER ZEIT BILDEN EINE VIERDIMENSIONALE STRUKTUR. DIESE STRUKTUR WIRD ALS RAUMZEIT BEZEICHNET. IN DIESER STRUKTUR GIBT ES EINE WEITERE, DIE KAUSALSTRUKTUR. DIE KAUSALSTRUKTUR IST DIE GESAMTHEIT ALLER AUSSAGEN, WELCHE EREIGNISSE SICH GEGENSEITIG BEEINFLUSSEN KÖNNEN. IRGENDWO DAZWISCHEN SITZEN VATER UND MUTTER AM TISCH. VATER SAGT: GIB MIR BITTE MAL DIE WURST RÜBER. MUTTER REICHT SIE IHM. SIE SAGT: HIER, BITTE. VATER SAGT: GLEICH KOMMT GÜNTHER JAUCH IM FERNSEHEN. UND PLÖTZLICH SIND VATER UND MUTTER SCHON ZU ASCHE GEWORDEN UND EIN WIND KOMMT UND NIMMT SIE MIT UND WEHT UM DAS HAUS, DASS ALLES RUCKT UND ZUCKT.

Aus: Wolfram Lotz - Einige Nachrichten an das All

Lotz' kleines Hysterienspiel

Vorsicht! Achtung! Alle aus dem Weg! Gleich kommt ein Auto!_______________________________Aus dem Weg! Ein Auto kommt! So glaubt mir doch! Es kommt gleich ein Auto!_______________________________________Warum glaubt Ihr mir denn nicht! Macht, dass Ihr davon kommt! Wollt Ihr überfahren werden? Ein Auto kommt gleich, wenn ich es Euch doch sage! Warum wollt Ihr denn nicht hören! Seid Ihr lebensmüde! Ein Auto kommt! Es kommt immer näher! Achtung! Vorsicht! Um Gottes Willen, jetzt________________________________________________________________So, jetzt habt Ihr den Salat! Ihr wolltet es ja nicht glauben! Das habt Ihr jetzt davon!

Das Erzählen










© Ariane Rutz
Leute: die bestimmenden Dimensionen! Die faktischrealistischen Ebenen! Die Persönlichkeitsstrukturen! Die Schwebezustände! Die geistigen Verfallsprozesse! Das Gelingen der Intrigen! Die latenten innerfamiliären Konflikte! Die Gesetzmässigkeit der Herstellung! Die poetische Imagination! Die radikalen Kehrtwendungen! Die unabdingbaren Voraussetzungen! Die Abkömmlinge! Die anderen Wendungen! Das Fortleben der Irritationen! Die krassen Gegensätze! Die politischen Existenzen! Die Kunstfiguren! Die Kurfürsten! Die Staatsstreiche! Die besonderen Interessen! Die Selbstfindungen! Die Verweisungen auf poetologische Programme! Die unerheblichen Bedeutungen! Die wesensmässigen Übereinstimmungen! Die vordergründigen und spektakulären Hauptkonflikte! Die weiteren Episoden! Die Wanzen in den Uhren! Die Obsessionen! Die heimliche Manipulation der Wetterprognosen!

Sonntag, 7. März 2010

Die Lyrik

© Ariane Rutz

Donnerstag, 4. März 2010

Ein Lied für Willi

Die Wiese war nass

Der Klang der Hörner wurde farbig mit den Geigen und Bratschen kombiniert, die durch die langen tremolierten Töne e1 und dis2 eine gemischte Klangfarbe der beiden oben genannten ursprünglichen Ebenen erzeugte

Wilhelm Tells Füsse gingen über die Wiese

Paralell zu dieser Linearität wird die Oszillation des Klanges im Quintenraumintervall g2 –d3 bei den Flöten Fis2 - g1 und g1 – d2 bei den Oboen eingeführt

Walter

Klangcharakter: Fibrato

Die Wiese war so nass, so nass

Durch die Wechselbewegung im Abstand einer kleinen Sekunde gestaltet sich diese Gestik. Es folgt ein viertaktiges Vibrato entsprechend der Klangfluktuation in den tieferen Registern der Holzbläser und Streicher, nämlich beim Kontrafagott und den Kontrabässen sowie beim Fagott und den Violoncelli jeweils ein grosses g und ein grosses gis:

Im engeren Raum einer Sekunde

Ein Hut hängt am Stab, der Stab steckt im Gras

Der Chor setzt ein mit dem Wort: „Guarkuna“, das in Achteltriolen im Tempo Viertel 108 entsprechend der Silbentrennung des Wortes, drei Mal mit einer fünf Sekunden dauernden Trennungspause zwischen den ersten beiden Triolen wiederholt wird

Tell will sich nicht verbeugen, dies tut er nur vor Gott

Der Takt zeigt eine gewisse Flexibilität und Freiheit der Zeit
Der Rütlischwur, der Rütlischwur, der Rütlischwur!

Das TamTam setzt einen unmittelbaren Impuls (als atacca subito gekennzeichnet)

Mit dem ausklingenden TamTam wird eine sich abwechselnde Achtelfigur zwischen Blocks, Tam-Tams und Bongos gespielt

Die hohle Gasse ist von Bäumen umgeben, die man gar nicht sieht

Dieser Abschnitt besteht aus sieben Schlägen

Als Kind ging ich durch die hohle Gasse, sie war schattig, aber nicht undurchsichtig

Das Becken bewirkt auf der oszillatorischen Ebene der Percussion eine Klangtransformation

Auf dem Fünflieber sehe ich Wilhelm Tell, so wie er war

Parallel dazu brechen die Streichinstrumente mit einem forte Vibrato die lineare Ebene ab und gestalten ein spannendes, farbiges Moment, in dem der Sopran das Wort „Sira“ (mächtigster Gott der Tunebos) singt

Ich hörte, aber das glaubte ich nie, es gäbe ihn vielleicht nicht

Die Gestik der Musik, Reminiszenz, Tendenz zur Kadenz

Schiller habe über seinem Bett Landkarten der Schweiz aufgehängt, um die Flucht von Tell zu planen

Die Posaunen spielen in Flatterzungen!

Überlappende Quinten!

Fluktuation des Klanges!

Dieses Motiv kann als Anfangspunkt der rhythmischen Entwicklung aufgefasst werden!