Donnerstag, 28. August 2014

Die Botschaft der drei Engel


1. Man soll denjenigen anbeten, der Himmel, Erde und Meer sowie alle Wasserbrunnen gemacht hat.

2. Babylon hat mit dem Wein der Hurerei alle Nationen versorgt und ist daher untergegangen.

3. Wer das Tier und sein Bild anbetet und ein entsprechendes Malzeichen auf Hand oder Stirn hat, muss den Wein des Zorns trinken, der im Kelch des Zorns serviert wird. Betroffene werden außerdem mit Hilfe von Feuer und Schwefel gefoltert,
in der Gegenwart von Engeln sowie einem Lamm.
 
Quelle: Flugblatt der Missionsgesellschaft zur Erhaltung und Förderung adventistischen Glaubensgutes e. V.

Sonntag, 24. August 2014



„Ich war meiner ganzen Natur nach zum schweigenden Zuschauer bestimmt; ich bin ein Stotterer; ich bin es auch innen; damals war mir das Wort noch weniger gegeben als heute, und was ich sah und empfand, rann erst durch viele Kanäle, bevor es in mein Bewußtsein und in das Licht des Herzens trat.“ 

Jakob Wassermann, Das Gold von Caxamalca, 49

Donnerstag, 21. August 2014

Donnerstag, 14. August 2014

Green Cat in a Pink Bed




Der Film Letzte Landschaften des Belgiers Buster Lee, der eigentlich Noël van den Bosch hieß und nach seiner flüchtigen Karriere als Regisseur eine nationalistische Partei für die Unabhängigkeit der Wallonie gründete, besteht gänzlich aus animiertem Kartenmaterial, auf dem sich fortlaufend die menschlichen Ansiedlungen, Ländergrenzen, Biotope und Kontinente einer fremden Welt verschieben, während eine weibliche Erzählstimme Passagen aus einem Buch vorliest, das sie als Dritter Kodex des trauernden Wanderers und der ihn umgebenden Natur bezeichnet, eine Sammlung verschiedener aufwendiger Menüs, deren Hauptbestandteil gebratenes Fleisch ist: Gebirge falten sich zusammen und wieder auseinander, Städte werden gegründet, wachsen und verschwinden, griesgrämige Binnenstaaten okkupieren ihre Nachbarn, dann halbe Erdteile und werden schließlich von internationalen Allianzen in zahlreiche, funkelnde Ländereien zerschlagen, herankriechende Gletscher begraben von Barbaren bewohnte Steppen, Asteroiden schlagen ein, Straßen entstehen, Wälder grünen und werden von der Ödnis geschluckt, tiefe Löcher tun sich auf, Küsten versinken im Meer, und neue Inseln erheben sich aus den Fluten. Der Film hört auf, wie alles aufhört: plötzlich und stumm. Ich überlegte, ob auch Noël van den Bosch als einer dieser bemitleidenswerten Teufel endete, die von einem Attentäter hinterrücks niedergeschossen worden waren, im Treppenaufgang seines Wohnhauses in Lüttich, in einem Sonnenstuhl am Ufer des Bütgenbacher Sees, vor dem verglasten Eingang des Musée de la Photographie in Charleroi oder auf dem Vorplatz der Alten Kommerzkammer im Zentrum von Namur, aber ich konnte mich einfach nicht mehr an sein weiteres Schicksal erinnern.   

Sonntag, 10. August 2014



"Wir sitzen in der Geschichte fest. Es gibt kein Vor und Zurück. Es gibt keinen Fortschritt, es gibt keinen Rückschritt. Uns kann niemand helfen. So steht es geschrieben und so stimmt es auch. Das Geheimnis der Arbeit, heißt es in einem Text, liegt darin, dass sie euch unschuldig spiegelt, dessen ihr schuldig seid! Das ist ein wichtiger Satz, selbst wenn er uns nur schwer verständlich scheint. [...] Es heißt weiter: So erzeugt sie euch, die ihr sie verrichtet habt. Von Haus aus gutmütig, wird sie böse, weil sie zu ihrer Natur werden lässt, was ihr als eure Natur ausgebt und doch nur euer Versäumnis ist."

Klaus Hoffer - Bei den Bieresch



Donnerstag, 7. August 2014

Ein Verfahren


Ich finde es erstaunlich
wie schnell sich Trends verbreiten.

In meiner Jugend haben wir

wie wild
Fenster-Bilder gemalt.

Ich finde es klasse

wenn Kinder etwas produzieren
und nicht
den ganzen Tag vorm TV oder PC hängen.
 

Wissenschaftler
haben ein Verfahren entwickelt.

Beim letzten Familiengeburtstag

haben meine beiden Cousins
kleine bunte Gummiringe ausgepackt.