Donnerstag, 17. Februar 2011
Dienstag, 25. Mai 2010
Sonntag, 9. Mai 2010
Sieh, Volk von Rom, dort in weiter Ferne:
deine bienenfleißigen Zensoren
dein Aufstieg, Frühlingsmorgen, am Fuße des Palatins
deine umtriebigen Präfekten
dein Staatsschatz
dein unentwegt gegeneinander spielendes Triumvirat
dein Griff nach Karthago
der fröhliche Ruf deiner Quästoren, der durch die Straßen schallt
deine Wollust
deine Mittelmeerflotte an der Küste Illyricums
deine besorgten Konsuln
dein Caelius, verborgen unter dem lichten Hain der Camenae
deine Skythenreiter, deine germanischen Hirten, deine unzähmbaren Gallier
dein Senat und sein Wort
deine auf dem Viminal hockenden Prätorianer, Wache haltend über deinen Schlaf
deine Optimaten und deine Popularen, saugend an den Zitzen der Mamma Lupa
dein Haus der Cornelier
dein Haus der Valerier
dein Haus der Julier
deine Akropolis!
dein Kapitol!
dein Golgatha!
dein Haus der Claudier
dein Haus der Aemilier
dein Haus der Fabier
dein Marsfeld
das entsetzliche Vogelgeschrei, einzig vernommen von den Ohren deiner Auguren
dein Augustus, dein Caesar, dein Pontifex Maximus
deine Tierhetze im Kolosseum zur Mittagsstunde
der müde Blick deiner Prätoren vom grünen Quirinal
dein Denar, deine vier Sesterzen
der stampfende Schritt deiner Liktoren
dein Triumph
die ruchlosen Hänge deines Esquilin
deine Legionen, wutentbrannt
deine liebevollen Ädilen im Tempel der Ceres
die Tränen deines Imperators
der wartende Körper Remus‘ im Innern deines Aventin
deine Bundesgenossen
dein Niedergang, früher Abend, Zikadengesang
die Liebe Jupiters zu Ganymedes
all dies, all dies, all dies
lag dir einstmals
zu Füßen.
Montag, 3. Mai 2010
Meine Freunde
Dr. Thomassus Timble
Jorge Alvarez
Brandt Sørensen
Antigone Weesendahl
Anton Lindelich
Wolfram Lotz
Hannes Becker
Reichstag
Neumensch
Propaganda
Der Kinematograf
Mauser
Stacheldraht
Dr. Pestis
Haber
Zelter
Hans Gelcke
Marie Schmiedes
Christian Wörpels
Ties Freese
Peter Wegener
Andreas Wegener
Peter Berendt
Joachim Wendiger
Jürgen Lembcke
Jochim Bohse
Marie Lembcken
Ilse Breegsprecker
Jacob Bohse
Peter Hannemann
Michael Mittelfeldt
Jacob Hahn
Anna Rubachen
Joachim Hidde
Christoph Hidde
Caspar Mörck
Marie Schulten
Jacob Wende
Anna Kiesowen
Philipp Kiesowen
David Galitzsch
Jochen Westphall
Hans Lembcke
Agnes Steffens
Hinrich Basel
Jacob Wolter
Christian Prüden
Marie Ludewigs
Jacob Ludewigs
Marten Rüdner
Christina Rüdner
Katharina Stuben
Pasche Rüdner
Marie Ründers
Johann Ründers
Anne Elisabeth Ründers
Christina Wiedemann
Catharina Martens
Hans Nieman
Martin Karnath
Joachim Westphal
Geel Westphal
Anna Westphal
Katharina Beckshofden
Valentin Petersdorff
Catharina Martens
Peter Timm
Hinrich Schmidt
Mimo Schmidt
Marie Velhauers
Joachim Förge
Hans Ziercken
Jürgen Benedicks
Ilse Benedicks
Claß Tode
Berend Hase
Marten Lockerwitz
Carsten Lockerwitz
Jacob Müller
Peter Gottschalck
Casten Wolters
Jochim Wolters
Carsten Wolters
Andres Wolters
Nexus Fiddler
Alberto Varrenward
Anna Sophia Tränkler
Tobis Tränkler
Grete Zirchain
Franz Zirchain
Lazarus Varrenward
Galina Malinkowska
Katharina von Engelsholm
Santiago Erizo
Pius de Sleevenhaage
Milena Bianzotti
Jackson Percival Hackenroeder
Roybert
Diesteldrescher
Peter Steinen
Hans Schulten
Tewes Stammern
Heinrich Randt
Pietler
Chim Wilcke
Vicke Genzkowen
Hugo H. Wündiger
Benetton Perseidius
Arlene Bogdanovich
Johnny-Gehtsemane Kesseler
Klaus
Tamburini
Marie
Herb
Bernita
Lucinde
Agnatha
Loy
Bey
Sascha Macht
H. Fredersdorf
Fam. Höseler
Archeo Uelinger
Haake
Buhrer
P. Wübbolt
T. Wübbolt
Fam. Treppinger
Fam. Schneider
Bilbao Elias Vonneroy
M. Scigmund
Mme. Fortunata
Rodolphe de Andrade
Heinrich Rubenow
Annabelle Stirchau
Johannes Arnold Vallstein
Maximilian Wattenborg
Sieglinde Rieth
Prof. Dr. Seidner
Dr. Billmann
Rudolph
Paul Ludwig Ferdinand Gellner
Johanno
Beatrice
Samothrake
Kanoniera
Principessasessasessa
Comanchina
Bastienne DaLandau
Katharina Hermeshagen
Pallas
Fionn mac Cumhaill
Mads Andersen
Carlo Caldini
Bob de Ville
Martin George Morrisant
Lachesis
Jesus Christus
Leif Eriksson
Livius Teergeerten
Alexander-Friedrich Strack
Lars Trencke
Sabine Waggenschmidt
Hinz vom Walde
Knorro
Elisabetha Bogdanovich
Theresa Wattenborg
Mahlweis
Konstantin Kreuss
Andreas Bellheim
Ole Zirckmann
Frederick Markhausen
Pino Lindet
M.
Dizzy Agnatha Everett
Sonora Wilhelmsburg
Kapitolina Maraki Colombo
Antoinette von Schenk
Comanche
Felgenreith
Hartung
Jagoda
Krawallero
Krähfeld
Blumenthal
Kaiser Karl
Kaiser Friedrich
Kaiser Ferdinand
John Pascal Hempstead
Leonie Svärdström
Chandrakanta Timble
Ephesos Timble
Joseph Timble
Harrison Oliphant
Saint Porter
Elvira Thomassina Timble
Grand Pierre
Carl Bogdanovich
Mandy Haussner
Freitag, 26. Februar 2010
Der Wind Ellesmere Islands
„Das Eis, Antigone“, fuhr Timbel fort, „ist etwas, das sich beinahe unmerklich (und auf eine gewisse Art und Weise sogar wehrlos) beseitigen lässt. Ich habe es ja vorhin angedeutet: Die Insel ist längst nicht mehr das, was sie einst gewesen ist. Die Gletscher sind noch da, ihre Reste zumindest. Man gab ihren kümmerlichen Überbleibseln Namen wie 'Pierre grand' oder 'Longue blanche'. Fürchterlich, oder? Ich will Ihnen meine Trauer über die Verwandlung der Natur nicht verhehlen (ich trauere in Bezug auf diesen ganzheitlichen Vorgang, der in meinem Herz immer und immer wieder ein Gefühl des schmerzhaften Verlusts auslöst), aber bevor ich ins Schimpfen gerate, will ich ohne Umschweife zugeben, dass mir und insbesondere meinem körperlichen und auch geistigen Wachstum zumindest die stetige Erwärmung des Windes wohl getan hat. Ich erinnere mich noch genau an die Zeit meiner Jugend: Eine Zeit, in der das Eis aus den Bergen, kaum war es gefroren, schon wieder schmolz und mit pompösem Rauschen die Felswände hinab ins Tal toste. Ich stand inmitten dieses Schwalls, auf einem Vorsprung, gerade einmal vierzehn Jahre alt, und sah hinunter auf die Ebenen mit ihren Hügeln und Kratern, auf die Türme und Straßen der blauen Stadt, auf die dunkle Weite des Arktischen Ozeans, während um mich herum dieser Wind wehte, ein warmer Wind, der viele, viele Jahre zuvor so kalt und scharf gewesen war, das nichts in seiner Anwesenheit existieren konnte, der sich nun jedoch beruhigt zu haben schien, dessen Wut und Zorn einer Art von Friedfertigkeit Platz gemacht hatten, einer liebevollen Überschwänglichkeit, denn immer noch war der Wind Ellesmeres ein sehr heftiger Wind, der über die Tundra sauste, die Hänge empor kroch und an den Steilwänden eine Kehrtwende machte, um ins Tal zurück zu fegen und den letzten Schnee in die rissige Erde zu schmelzen. Dieser Wind umgab mich nun, strich zärtlich und fordernd zugleich über meine Haut (die ersten Haare in meinem Gesicht und an den Genitalien waren nur wenige Tage später gesprossen), während ich auf das Land meiner Kindheit herabschaute, eine von Flechten und Moosen überzogene Landschaft. Von der einen auf die andere Sekunde hatte sich dort unten der Mensch eingefunden, in atemberaubender Schnelligkeit Minen, Wohnsiedlungen und Industriekomplexe errichtet und ganz nebenbei diesen Wind, seinen tödlichsten Feind, 'gezähmt' – genau so, als würde man einer Schlange die Giftzähne ziehen. Natürlich schmerzt es mich, wenn ich daran denke, wie stark der Mensch doch gegenüber den Kräften der Natur ist. Wie schnell es geht, ein Ökosystem zu verändern. Aber ich will mich jetzt nicht mit einer Art des Jammerns beschäftigen, die seit so vielen Jahren schon mehr oder weniger erfolgreich praktiziert wird. Vielmehr möchte ich betonen, wie gut mir in dieser kargen und überaus störrischen Ödnis der verwandelte Wind tat, dieser warme Wind, der nichts mehr mit seiner ursprünglichen Gestalt gemein hatte, der in den Schornsteinen, Kellerlöchern und atmenden Münder der Bewohner Ellesmeres wiedergeboren wurde.“

