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Sonntag, 9. Mai 2010

Sieh, Volk von Rom, dort in weiter Ferne:

deine bienenfleißigen Zensoren

dein Aufstieg, Frühlingsmorgen, am Fuße des Palatins

deine umtriebigen Präfekten

dein Staatsschatz

dein unentwegt gegeneinander spielendes Triumvirat

dein Griff nach Karthago

der fröhliche Ruf deiner Quästoren, der durch die Straßen schallt

deine Wollust

deine Mittelmeerflotte an der Küste Illyricums

deine besorgten Konsuln

dein Caelius, verborgen unter dem lichten Hain der Camenae

deine Skythenreiter, deine germanischen Hirten, deine unzähmbaren Gallier

dein Senat und sein Wort

deine auf dem Viminal hockenden Prätorianer, Wache haltend über deinen Schlaf

deine Optimaten und deine Popularen, saugend an den Zitzen der Mamma Lupa


dein Haus der Cornelier

dein Haus der Valerier

dein Haus der Julier


deine Akropolis!

dein Kapitol!

dein Golgatha!


dein Haus der Claudier

dein Haus der Aemilier

dein Haus der Fabier


dein Marsfeld

das entsetzliche Vogelgeschrei, einzig vernommen von den Ohren deiner Auguren

dein Augustus, dein Caesar, dein Pontifex Maximus

deine Tierhetze im Kolosseum zur Mittagsstunde

der müde Blick deiner Prätoren vom grünen Quirinal

dein Denar, deine vier Sesterzen

der stampfende Schritt deiner Liktoren

dein Triumph

die ruchlosen Hänge deines Esquilin

deine Legionen, wutentbrannt

deine liebevollen Ädilen im Tempel der Ceres

die Tränen deines Imperators

der wartende Körper Remus‘ im Innern deines Aventin

deine Bundesgenossen

dein Niedergang, früher Abend, Zikadengesang


die Liebe Jupiters zu Ganymedes



all dies, all dies, all dies

lag dir einstmals

zu Füßen.


Montag, 3. Mai 2010

Meine Freunde

Dr. Thomassus Timble

Jorge Alvarez

Brandt Sørensen

Antigone Weesendahl

Anton Lindelich

Wolfram Lotz

Hannes Becker

Reichstag

Neumensch

Propaganda

Der Kinematograf

Mauser

Stacheldraht

Dr. Pestis

Haber

Zelter

Hans Gelcke

Marie Schmiedes

Christian Wörpels

Ties Freese

Peter Wegener

Andreas Wegener

Peter Berendt

Joachim Wendiger

Jürgen Lembcke

Jochim Bohse

Marie Lembcken

Ilse Breegsprecker

Jacob Bohse

Peter Hannemann

Michael Mittelfeldt

Jacob Hahn

Anna Rubachen

Joachim Hidde

Christoph Hidde

Caspar Mörck

Marie Schulten

Jacob Wende

Anna Kiesowen

Philipp Kiesowen

David Galitzsch

Jochen Westphall

Hans Lembcke

Agnes Steffens

Hinrich Basel

Jacob Wolter

Christian Prüden

Marie Ludewigs

Jacob Ludewigs

Marten Rüdner

Christina Rüdner

Katharina Stuben

Pasche Rüdner

Marie Ründers

Johann Ründers

Anne Elisabeth Ründers

Christina Wiedemann

Catharina Martens

Hans Nieman

Martin Karnath

Joachim Westphal

Geel Westphal

Anna Westphal

Katharina Beckshofden

Valentin Petersdorff

Catharina Martens

Peter Timm

Hinrich Schmidt

Mimo Schmidt

Marie Velhauers

Joachim Förge

Hans Ziercken

Jürgen Benedicks

Ilse Benedicks

Claß Tode

Berend Hase

Marten Lockerwitz

Carsten Lockerwitz

Jacob Müller

Peter Gottschalck

Casten Wolters

Jochim Wolters

Carsten Wolters

Andres Wolters

Nexus Fiddler

Alberto Varrenward

Anna Sophia Tränkler

Tobis Tränkler

Grete Zirchain

Franz Zirchain

Lazarus Varrenward

Galina Malinkowska

Katharina von Engelsholm

Santiago Erizo

Pius de Sleevenhaage

Milena Bianzotti

Jackson Percival Hackenroeder

Roybert

Diesteldrescher

Peter Steinen

Hans Schulten

Tewes Stammern

Heinrich Randt

Pietler

Chim Wilcke

Vicke Genzkowen

Hugo H. Wündiger

Benetton Perseidius

Arlene Bogdanovich

Johnny-Gehtsemane Kesseler

Klaus

Tamburini

Marie

Herb

Bernita

Lucinde

Agnatha

Loy

Bey

Sascha Macht

H. Fredersdorf

Fam. Höseler

Archeo Uelinger

Haake

Buhrer

P. Wübbolt

T. Wübbolt

Fam. Treppinger

Fam. Schneider

Bilbao Elias Vonneroy

M. Scigmund

Mme. Fortunata

Rodolphe de Andrade

Heinrich Rubenow

Annabelle Stirchau

Johannes Arnold Vallstein

Maximilian Wattenborg

Sieglinde Rieth

Prof. Dr. Seidner

Dr. Billmann

Rudolph

Paul Ludwig Ferdinand Gellner

Johanno

Beatrice

Samothrake

Kanoniera

Principessasessasessa

Comanchina

Bastienne DaLandau

Katharina Hermeshagen

Pallas

Fionn mac Cumhaill

Mads Andersen

Carlo Caldini

Bob de Ville

Martin George Morrisant

Lachesis

Jesus Christus

Leif Eriksson

Livius Teergeerten

Alexander-Friedrich Strack

Lars Trencke

Sabine Waggenschmidt

Hinz vom Walde

Knorro

Elisabetha Bogdanovich

Theresa Wattenborg

Mahlweis

Konstantin Kreuss

Andreas Bellheim

Ole Zirckmann

Frederick Markhausen

Pino Lindet

M.

Dizzy Agnatha Everett

Sonora Wilhelmsburg

Kapitolina Maraki Colombo

Antoinette von Schenk

Comanche

Felgenreith

Hartung

Jagoda

Krawallero

Krähfeld

Blumenthal

Kaiser Karl

Kaiser Friedrich

Kaiser Ferdinand

John Pascal Hempstead

Leonie Svärdström

Chandrakanta Timble

Ephesos Timble

Joseph Timble

Harrison Oliphant

Saint Porter

Elvira Thomassina Timble

Grand Pierre

Carl Bogdanovich

Mandy Haussner

Freitag, 26. Februar 2010

Der Wind Ellesmere Islands

„Das Eis, Antigone“, fuhr Timbel fort, „ist etwas, das sich beinahe unmerklich (und auf eine gewisse Art und Weise sogar wehrlos) beseitigen lässt. Ich habe es ja vorhin angedeutet: Die Insel ist längst nicht mehr das, was sie einst gewesen ist. Die Gletscher sind noch da, ihre Reste zumindest. Man gab ihren kümmerlichen Überbleibseln Namen wie 'Pierre grand' oder 'Longue blanche'. Fürchterlich, oder? Ich will Ihnen meine Trauer über die Verwandlung der Natur nicht verhehlen (ich trauere in Bezug auf diesen ganzheitlichen Vorgang, der in meinem Herz immer und immer wieder ein Gefühl des schmerzhaften Verlusts auslöst), aber bevor ich ins Schimpfen gerate, will ich ohne Umschweife zugeben, dass mir und insbesondere meinem körperlichen und auch geistigen Wachstum zumindest die stetige Erwärmung des Windes wohl getan hat. Ich erinnere mich noch genau an die Zeit meiner Jugend: Eine Zeit, in der das Eis aus den Bergen, kaum war es gefroren, schon wieder schmolz und mit pompösem Rauschen die Felswände hinab ins Tal toste. Ich stand inmitten dieses Schwalls, auf einem Vorsprung, gerade einmal vierzehn Jahre alt, und sah hinunter auf die Ebenen mit ihren Hügeln und Kratern, auf die Türme und Straßen der blauen Stadt, auf die dunkle Weite des Arktischen Ozeans, während um mich herum dieser Wind wehte, ein warmer Wind, der viele, viele Jahre zuvor so kalt und scharf gewesen war, das nichts in seiner Anwesenheit existieren konnte, der sich nun jedoch beruhigt zu haben schien, dessen Wut und Zorn einer Art von Friedfertigkeit Platz gemacht hatten, einer liebevollen Überschwänglichkeit, denn immer noch war der Wind Ellesmeres ein sehr heftiger Wind, der über die Tundra sauste, die Hänge empor kroch und an den Steilwänden eine Kehrtwende machte, um ins Tal zurück zu fegen und den letzten Schnee in die rissige Erde zu schmelzen. Dieser Wind umgab mich nun, strich zärtlich und fordernd zugleich über meine Haut (die ersten Haare in meinem Gesicht und an den Genitalien waren nur wenige Tage später gesprossen), während ich auf das Land meiner Kindheit herabschaute, eine von Flechten und Moosen überzogene Landschaft. Von der einen auf die andere Sekunde hatte sich dort unten der Mensch eingefunden, in atemberaubender Schnelligkeit Minen, Wohnsiedlungen und Industriekomplexe errichtet und ganz nebenbei diesen Wind, seinen tödlichsten Feind, 'gezähmt' – genau so, als würde man einer Schlange die Giftzähne ziehen. Natürlich schmerzt es mich, wenn ich daran denke, wie stark der Mensch doch gegenüber den Kräften der Natur ist. Wie schnell es geht, ein Ökosystem zu verändern. Aber ich will mich jetzt nicht mit einer Art des Jammerns beschäftigen, die seit so vielen Jahren schon mehr oder weniger erfolgreich praktiziert wird. Vielmehr möchte ich betonen, wie gut mir in dieser kargen und überaus störrischen Ödnis der verwandelte Wind tat, dieser warme Wind, der nichts mehr mit seiner ursprünglichen Gestalt gemein hatte, der in den Schornsteinen, Kellerlöchern und atmenden Münder der Bewohner Ellesmeres wiedergeboren wurde.“

Montag, 26. Oktober 2009