Freitag, 22. Juni 2012

Ursprung des Theaters der Nacht


Ein fahrender Scholare begegnet am Strand des Westsees, als er die sommerliche Lotuspracht bewundert, der weissen Schlange in Gestalt eines hübschen Mädchens und ihrer hässlichen Dienerin, der schwarzen Schlange. Bezaubert durch ihren Gesang und Liebreiz ehelichte er das hübsche Mädchen. Als sie eines Tages miteinander Schwefelblütenwein trinken, bewirkt der Trunk die Verwandlung in ihre wahre Schlangengestalt. Der Gatte flüchtet vor ihr in einen Tempel. Die liebestolle Dämonin verfolgt ihren Gatten, wird aber von einem zauberkundigen Priester in ein Schlänglein gebannt, das er in seine Almosenschale einschließt und in einer Pagode festhält. Hierher kommt eines Nachts der Gatte geschlichen. Er hat sich unter einem Vorwand die Schlüssel beschafft. Er hebt den Deckel von der Almosenschale des Magiers, ergreift die gefangene, kleine Schlange und schluckt sie hinunter. Zurück in seinem Haus ruft der Mann die Dienerin seiner Frau. Niemand antwortet auf sein Rufen, und als der verzweifelte Ehemann aus seinem Schlafgemach in die Eingangshalle des Hauses stürzt, ist dort alles dunkel, und alle Zimmer im Haus sind leer und verlassen.

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